Kleine Estrichkunde Anhydritestrich

Anhydritestrich – mineralischer Mörtel mit hoher Wärmeleitfähigkeit

Du stehst im Baumarkt oder grübelst über den Estricharten, die Dir online entgegenblinzeln?
Anhydritestrich (AE) wird Dir auch unter der Bezeichnung Calciumsulfatestrich (CA) über den Weg
laufen. Der Spezialmörtel ist ein kleiner Prinz unter den Estricharten, denn er kann nicht mit
jeder Umgebung. Im richtigen Umfeld aber entfaltet er magische Eigenschaften. Welche das sind,
erfährst Du im folgenden Estrich-Porträt.

Die charakteristischen Merkmale von Anhydritestrich

Anhydritestrich besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten. Die wichtigste und namengebende ist
Anhydrit – ein Mineral aus der Klasse der Sulfate. Man kennt dieses Mineral auch als Calciumsulfat.
Außerdem ist eine Gesteinskörnung beigemischt. In der Regel handelt es sich hierbei um Sand oder
Kies. Wichtig ist, dass die Gesteinskörner eine Größe von 8 mm nicht überschreiten. Außerdem
wird dem Gemisch Wasser beigegeben. Unter Umständen können auch Zusatzstoffe enthalten sein. Ist
der Anhydritfließestrich zu dünnflüssig und lässt er sich nicht so gut verarbeiten, ist eine
Festigung durch die Zugabe einer passenden Kunstharzdispersion empfehlenswert. Bis Du den Estrich
final begehen kannst, dauert es eine Weile. Diese Zeit benötigt der Anhydritestrich zum Abbinden.
Dabei kristallisiert das Mineralgemisch und der Estrich wird fest. Für den Zeitraum bis zur
Erstbegehung kannst Du etwa drei Tage einplanen. Eine Vollbelastung von Bodenbelägen auf Basis von
Anhydritestrich ist erst nach etwa 28 Tagen ratsam.

anhydritestrich-mit-fussbodenheizung Quelle: Ingo Bartussek

Vorteile von Anhydritestrich

Die Zeit bis zum Trocknen des Estrichs ist beim Calciumsulfatestrich geringer, als es bei anderen
Estricharten der Fall ist. Sein Ass schüttelt Anhydritestrich jedoch in erster Linie bei den
thermischen Eigenschaften aus dem Ärmel. Der Spezialmörtel auf mineralischer Basis verfügt über
eine überdurchschnittlich gute Wärmeleitfähigkeit. Darüber hinaus kann er die Wärme
hervorragend in seinen Poren speichern. Was läge da näher, als Anhydritestrich in Verbindung mit
einer Fußbodenheizung zu verwenden? Wenn Du auf der Suche nach einem Heizestrich bist, der Dir
allein aufgrund seiner Materialeigenschaften eine hohe Energieeffizienz bietet, bist Du mit
Anhydritfließestrich sehr gut beraten. Die Fußbodenheizung kannst Du erstmalig am achten Tag nach
dem Verlegen des Anhydritfließestrichs beheizen.
Des Weiteren zeichnet sich Anhydritestrich durch seine hohe Formbeständigkeit aus. Er baut wenig
Spannung auf, schwindet kaum, ist frei von Rissen und bietet eine hohe Zug- und Biegefestigkeit. Auf
eine Faserbewehrung kann verzichtet werden. Außerdem ist Calciumsulfatestrich leicht zu
verarbeiten, sodass Du ruckzuck fertig bist.

Nachteile von Anhydritestrich

Wo Licht ist, ist meist auch Schatten, wie es Anhydritestrich beweist. Mit Wasser kann der
Spezialestrich nämlich gar nicht gut umgehen. Wenn Du jetzt argumentierst, dass er mit Wasser
angemischt ist, sei gesagt, dass dies in Verbindung mit einer Anhydritestrich-Trockenmischung
geschieht. Fließestrich beinhaltet Anhydrit – ein Bindemittel – und verwandelt sich sofort in Gips,
wenn er mit Feuchtigkeit in Berührung kommt. Den krümeligen Mörtel, der Dir dann zu Füßen
liegt, kannst Du nicht mehr verarbeiten. Daher solltest Du Anhydritestrich ausschließlich in
Innenräumen verwenden und bei einer Dampfdiffusion eine Dampfsperre integrieren.


Anhydritfliessestrich – geschmeidiger Bodenbelag wie aus einem Guss


Der mineralische Anhydritfließestrich ist bei Heimwerkern und Handwerkern sehr beliebt, da er sich
hervorragend für fugenlose Flächen in einem größeren Ausmaß eignet.

anhydrit-fliesestrich-mit-fussbodenheizung Quelle: mmphoto

Außerdem verfügt Calciumsulfatestrich über selbstnivellierende Eigenschaften. Das bedeutet, dass Du ihn nicht
separat glätten oder verdichten musst, sondern er sich ganz von alleine an den Untergrund anpasst.
Damit sich die flüssige Rohmasse leicht und sauber verteilen lässt, empfehle ich Dir nach
individuellem Ermessen die Verwendung einer Estrichpumpe. Diese hat den Vorteil, dass sie
Anhydritestrich gleichermaßen mischt und verteilt.

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