Kleine Estrichkunde Zementestrich

Zementestrich – Spezialmörtel als Basis für den Bodenbelag

Du möchtest Laminat, Parkett oder Fliesen verlegen, bist voller Tatendrang und möchtest loslegen? Zementestrich ist eine wertvolle Unterstützung. Was es bei Zementestrich (CT) zu beachten gilt, verrate ich Dir in diesem Spezialmörtel-Porträt.

Durch diese Merkmale zeichnet sich Zementestrich aus

Sowohl Korngröße, als auch Mörtelmischung sind speziell für die Verwendung als Estrich optimiert. Das Zementestrich-Korn ist mit maximal 16 mm doppelt so groß wie üblich und lässt sich für eine Estrichstärke über 40 mm verwenden. Für das Gemisch ist Zement mit Sand im Verhältnis von 1:3 bis 1:5 verrührt. Je mehr Sand darin enthalten ist, desto weicher wird der Unterlagsboden. Durch das Hinzugeben von Wasser nimmt Zement dieses auf und bindet Wasser in Kristallen. Dadurch härtet die Zementmasse aus. Dies wird als Abbinden bezeichnet. Es existieren unterschiedliche Festigkeitsklassen. Für Dich als Heimwerker sind die Kategorisierungen C20, C25 sowie C35 interessant. Durch diese Kennziffer ist definiert, wie hoch die Druckbelastung (pro Quadratmillimeter in Newton) für den Estrich sein darf, damit dieser intakt bleibt.

Vorteile von Zementestrich

Nachdem der Mörtel aushärtete, ist er gegenüber Wasser, Hitze und Kälte beständig. Der Boden erhält eine hohe Festigkeit, wenn Du reichlich Zement verwendest. Je mehr Zement, desto härter wird der Estrich nach dem Abbinden.

Nachteile von Zementestrich

Auf Trennlagen oder Dämmungen zeigt er sich recht anfällig. Das bedeutet, dass der Mörtel beim Erhärten schrumpft, was am ungleichmäßigen Abbinden liegt. Bei der Hydratation ändert sich die Viskosität von Zementleim in Mörtel. Damit sich keine Risse unkontrolliert bilden können und das Ergebnis ebenmäßig bleibt, sollte die Feldgröße maximal zwischen 30 und 35 m² liegen. Übersteigt die Feldgröße z. B. 35 m², ist für mögliche Risse eine Arbeitsfuge bzw. Sollbruchstelle zu integrieren. Außerdem dauert es recht lang, bis Du den Estrich mit dem Bodenbelag belegen kannst. Verlegst Du den Zementestrich schwimmend, solltest Du ihn erst 3 Tage später erstmalig begehen. Die erste Feuchtemessung kann nach 28 Tagen erfolgen.

Zu diesem Zeitpunkt ist Zementestrich bereit für Deinen Bodenbelag

Es gilt, den Zementestrich ausreichend abtrocknen zu lassen. Im unbeheizten Zustand sollte die Restfeuchte nicht über 2,0 CM % liegen – im beheizten Zustand bei maximal 1,8 CM %. CM ist die Calciumcarbid-Methode, mit der Du die Feuchtigkeit misst.

zementestrich-mit-fussbodenheizung Quelle: mmphoto

Diese Estriche werden unterschieden

Faserbewehrter Estrich

Dem Estrichmörtel werden Stahlfasern, Glasfasern oder Kunststofffasern beigemischt, um eine Faserbewehrung aufzubauen. Sie ist eine Alternative zu Estrichgittern, da sich diese auf einer weichen Dämmschicht nur schwer positionsgenau verbauen lassen. Insbesondere bei Heizelementen oder Dämmschichten kann das eine Herausforderung sein. Durch die Faserbewehrung werden Frühschwind- und Schrumpfrisse reduziert.

Schwimmender Estrich

Hierbei verbleibt der Mörtel auf einer Dämmschicht. Dämmstreifen ummanteln ihn an Wänden und Säulen, sodass die direkte Verbindung zu diesen oder zum Untergrund unterbrochen wird. Schwimmender Estrich wird auf einer Folie verlegt, die wasserundurchlässig ist und die Dämmschicht vorm Durchfeuchten bewahrt. Die Dämmschicht kann mit einer Trittschall- oder Wärmedämmung versehen sein. Sofern sich in dieser Dämmschicht Heizelemente befinden, spricht man von Heizestrich. Ist die Last hoch, kann sich eine zu weiche Dämmschicht absenken. Außerdem können bei großen punktuellen Lasten Aufwölbungen des Estrichs durch Hohlstellen entstehen.

Diese Besonderheiten hat Heizestrich

Du bekommst ihn in unterschiedlichen Bauarten, bei denen die Heizelemente entweder unterhalb oder innerhalb des Estrichs sind. Außerdem müssen pro Raum 2 Messstellen für eine CM-Feuchtemessung ausgewiesen sein. Ist der Raum größer als 50 m², sind mindestens 3 Messstellen erforderlich.

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